Eine der größten Vogel-Beschlagnahmungen

Eine der größten Vogel-Beschlagnahmungen in Deutschland ist der Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft gelungen. Sie stellten bei einem Vogelhändler knapp 500 geschützte Tiere sicher. Nach Informationen von „Tierisch KUHL“ richtete sich die Behördenmaßnahme gegen die Vogelhandlung D. aus Köln.

Diese Vogelhandlung war auch einem Rechercheur von „Tierisch KUHL“ bei seinen Recherchen aufgefallen, als er sich im vergangenen Jahr damit befasste, in welch‘ großem Stile europäische Vögel verkauft werden. Die Kölner Akteure – es handelt sich um Vater und Sohn – gehören zu den ganz Großen der Branche. Sie sind beziehungsweise waren auf unzähligen Vogelbörsen mit ihrem Stand vertreten – unter anderem auf der Vogelbörse in Erfurt. Das Video vermittelt einen Eindruck von dieser Börse:

Die Ermittlungsbehörden informierten über die Beschlagnahme in einer Pressemitteilung:

„Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Köln haben gestern Vormittag (3. März) in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Köln die Gewerberäume und die Privatwohnung eines in Köln ansässigen Vogelzüchters (53) durchsucht. Der 53-Jährige steht im Verdacht, gemeinsam mit seinem Vater (80) durch die Zucht und den Verkauf von besonders geschützten Vogelarten unter anderem gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen zu haben.

Den Grundstein für die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen hatten Erkenntnisse des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes der Stadt Köln gelegt. In Begleitung eines Sachverständigen und fachkundigen Helfern einer Vogelzuchtstation durchsuchten Kriminalpolizisten gestern zunächst eine vom Tatverdächtigen angemietete Gewerbehalle im Stadtteil Niehl. Im Durchsuchungsobjekt fanden die Einsatzkräfte dutzende Volieren mit hunderten Vögeln. In einer mehr als zehn stündigen Maßnahme klassifizierten die Beamten zusammen mit den Fachkundigen die Tiere. Insgesamt stellten die Polizisten in der Gewerbehalle etwa 400 besonders geschützte Vögel sicher.

Zusätzlich durchsuchten die Beamten auch die Wohnanschrift des Vogelzüchters. Auch hier hielt der Tierhändler mehr als hundert Vögel. Nach Spezifizierung durch den Sachverständigen stellten die Kriminalbeamten weitere 70 schutzwürdige Tiere sicher.

In speziellen Transportbehältern brachten Helfer die sichergestellten Erlenzeisige, Birkenzeisige, Stieglitze, Buchfinken, Goldammern und einen Pirol in eine Vogelzuchtstation, wo sie sich von den Strapazen des Transportes mittlerweile schon gut erholt haben. Einige kranke und verletzte Tiere werden derzeit in der Vogelstation liebevoll versorgt und gepflegt.

Die Ermittlungen gegen den Tatverdächtigen und dessen Vater wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und wegen des Verdachts der Urkundenfälschung dauern an.“

Die „Lokalzeit Dortmund“ des WDR hat darüber im Fernsehen berichtet:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-dortmund/video-lokalzeit-aus-dortmund-vom–132.html

Ein Herkunftsnachweis der Vogelhandlung D., den sie für einen Buchfink ausgegeben hat.

Ein Herkunftsnachweis der Vogelhandlung D., den sie für einen Buchfink ausgestellt hat.