Die Wölfe vor Schwarzkitteln schützen

Wer sich bereits als Wolfswelpe durch CDU-zertifizierte Weideschutzzäune zwängt, wird böse enden ... Auch wenn Brandenburgs CDU-Landtagsfraktion bei Jungtieren vielleicht noch gnädig ist - eine einstweilige Erschießung droht mindestens. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Wer sich bereits als Wolfswelpe durch CDU-zertifizierte Weideschutzzäune zwängt, wird böse enden … Auch wenn Brandenburgs Landtags-CDU bei Jungtieren gnädig sein sollte – eine einstweilige Erschießung droht mindestens. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Hey, Ihr Schwarzkittel der brandenburgischen CDU-Landtagsfraktion, ich glaube, mein Schwein pfeift?!

Als leibhaftiges Rindvieh kann ich zwar nicht behaupten, dass ich kälberfressende Wölfe mögen würde – aber vor Euch habe ich noch viel mehr Schiss, oder sollte ich besser „Schieß“ sagen? Und das nicht erst, seit ich von Euren mordsmäßigen Vorschlägen und gewaltigen Fantasien zur brandenburgischen Wolfsverordnung gehört habe.

Ihr wollt demnach eine „Schutzjagd“ etablieren, die das Leben der Wölfe nicht schützt, sondern ihnen dasselbe nimmt. Populisten wie Euch, die mit einem derart zynischen Begriff Politik machen wollen und Angst vor tierischen Minderheiten schüren, wünsche ich von ganzem Rinderherzen, dass sie gleich bei der ersten Drückjagd im „friendly fire“ stehen. Denn Ihr fordert „Maßnahmen zum Umgang mit Problemwölfen gegenüber Nutztieren“. Frei nach dem Motto: Ein Wolf, der eine Ziege nicht von einem Reh unterscheiden kann, wird einfach abgeknallt. Pardon – „entnommen“, wollte ich sagen.

Konkret wollt Ihr „Tatbestände definieren, die eine zügige und landesweit einheitliche Entnahme von Wölfen mit problematischem Verhalten gegenüber Nutz- und Weidtieren ermöglichen“. Dieser Vorschlag ist wirklich evolutionär! Vitale Wölfe, die über einen Zaun der CDU-Norm springen oder einen solchen untergraben können, sollen sterben – ausgeMERKELte Individuen sollen sich hingegen weiter fortpflanzen können.

Die LEIDkultur der „C“DU

Was soll das werden? Eine, wie heißt das doch gleich? Ihr kennt Euch mit der deutschen LEIDkultur besser aus als ich Rindvieh … – eine Art Endlösung für Wölfe? Ich glaube, Ihr werdet zu lange von „Rotkäppchen“ regiert …  Und was fordert Ihr als nächstes – den Abschuss des brandenburgischen Wappenadlers? Mir ist jedenfalls nur ein Adler bekannt, dem nachgesagt wurde, dass er Rehkitze von Zwergziegen unterscheiden konnte. Und gebracht hat’s ihm nichts. Er wurde trotzdem aufgehängt. Im Bundestag.

Wie auch immer: Eure „Schutzjagd“ schützt nicht einmal die, die sie angeblich schützen soll – uns Weidetiere. Ihr möchtet das „wertvollste Gut“, als das Ihr uns scheinheilig bezeichnet, nur selbst zerfleischen und aufessen.

Kuhno heult mit den Wölfen - und bald womöglich über ihren Tod. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Kuhno heult mit den Wölfen – und bald womöglich über ihren Tod. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Lasst Euch von mir (die ich meinen drängelnden Kuhmpel Kuhno schon manches Mal vor der Heuraufe auf die Hörner genommen habe) eines sagen: Futterneid ist keine guter Ratgeber! Stellt Euch lieber mal hinten an.

Macht lieber mal eine Preis-Offensive!

Aber war rede ich?! Eure Spezies, der Homo – naja, sapiens, will ich nach Lektüre Eures wider besseren Wissens verfassten Antrags nicht sagen …: Eure Spezies steht doch immer ganz vorne, beispielsweise an der „Aldi“-Kühltheke. Sorgt mal lieber dafür, dass Euresgleichen weniger Billigschnitzel fressen und stattdessen dazu übergehen, weniger Fleisch zu kaufen und dafür Bio-Preise zu zahlen. Auf einer wirtschaftlichen Grundlage, die auf fairer Bezahlung basiert, würden Landwirte den Zaunbau, die Haltung von Herdenschutzhunden und die verbleibenden Wolfsrisse finanziell locker wegstecken. Dann würde es für Euch auch nicht „zunehmend schwieriger und aufwendiger, Präventionsleistungen und Ersatzzahlungen für Schäden durch Wölfe zu finanzieren und gegenüber der Öffentlichkeit zu rechtfertigen“.

Das Mitleid mit „Nutztierhaltern“, das Ihr in Eurem Antrag wegen ihres „nur geringen durchschnittlichen Jahreseinkommens“ heuchelt, könnt ihr Euch jedenfalls sparen. Dieses geringe Jahreseinkommen haben nämliche nicht die Wölfe verursacht, sondern einzig und allein Ihr Menschen mit Eurem Kaufverhalten!  Und von Euch Schwarzkitteln will ich sowieso keine tierisch konstruierte Wolfskritik mehr hören, ehe Ihr nicht wenigstens die Forderung nach einem Veggie-Day in Euer Wahlkampfprogramm aufgenommen habt. Ihr mögt darüber lachen – aber für meinesgleichen kann ein Veggie-Day über Leben und Tod entscheiden! Wenigstens für den Moment.

Es gibt allen Grund zum Maulen! Die CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg will für Wölfe die Todesstrafe einführen. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Es gibt allen Grund zum Maulen! Die CDU-Landtagsfraktion in Brandenburg will für Wölfe die Todesstrafe einführen. Bild: www.tierisch-kuhl.de

Ich fasse zusammen: Ihr habt keine tierischen Probleme – Ihr seid ein tierisches Problem!

Zwar war ich zugegebenermaßen nicht dabei, als Brandenburgs Wölfe ihre „Nutz- und Weidetier“-Strecke verblasen haben – aber ich bin mir sicher, dass ich deren Speisetiere im Vergleich zu Eurem industriellen Massenmord an meinen Paar-Hufen abzählen kann. Euch Problemmenschen hätte ich zum Fressen gern, wenn ich ein Wolf wäre – und Ihr könntet mich umgekehrt auch mal gern haben …

Ich bin aber kein Wolf, sondern ein rechtschaffenes Rind, das Euch folgendes nachdrücklich ins Parteibuch schreibt: Lieber von einem Wolf auf offener Weide gefressen werden, als von Euch hunderte Kilometer weit in die Massenvernichtung gekarrt und am Ende womöglich bei vollem Bewusstsein aufgehängt und aufgeschlitzt zu werden! Das ist weder „christ“-demokratisch noch menschlich, sondern bestialisch. Nicht der Wolf ist also die Bestie, das will ich an dieser Stelle mal festhalten. Er ist vielmehr ein Heimatvertriebener, der als Fremder ins eigene Land zurückkehrt. Dass nur dieser Heimatvertriebene bei Euch keine Lobby hat, liegt vermutlich daran, dass Euer Pseudo-Wolf namens Guido in Baden-Württemberg bei der letzten Landtagswahl verkackt hat.

Ich schick‘ Euch gleich die Bullen!

Aber merkt Euch eines: Die Welt ist keineswegs so schwarz-weiß, wie ich aussehe. Und deshalb sage ich Euch: Schluss jetzt mit der Fremdenfeindlichkeit und den Mordaufrufen, Ihr Schwarzkittel! Zieht Euren Antrag zurück oder ich schicke Euch die Bullen vorbei! Wegen tierischer Volksverhetzung. Verdammt nochmal, da könnte einem doch glatt die Milch sauer werden …

Don’t keep unkuhl!

Eure Muhki

PS: Mit den Vorschlägen der CDU muss sich der Brandenburgische Landtag in seiner Sitzung am 18. Mai 2017 ab ca. 16.10 Uhr herumschlagen. Ich hab’s mir in meinen Terminkalender eingetragen, damit ich meinen Weidegang rechtzeitig unterbreche – um auf das mörderische Vorhaben zu scheißen.